Beim Kauf eines gebrauchten Smartphones ist der Akku oft der entscheidende Faktor. Ich habe schon mehrfach Geräte gekauft und getestet — manche liefen noch wie neu, andere gaben nach wenigen Wochen auf. In diesem Artikel zeige ich dir meine praxiserprobten Methoden, mit denen du zuverlässig prüfen kannst, ob der Akku noch mindestens 80 % seiner ursprünglichen Kapazität hat. Ich erkläre konkrete Schritte für iPhone und Android, nenne nützliche Tools und worauf du bei einer Besichtigung achten solltest.
Warum 80 % wichtig ist
Der Wert von 80 % ist kein Zufall: Viele Hersteller und Reparatur-Services betrachten 80 % Restkapazität als Schwelle, ab der ein Akku im Alltag spürbar an Laufzeit verliert. Bei iPhones etwa zeigt Apple in den Einstellungen die maximale Kapazität an und empfiehlt einen Austausch bei deutlicher Reduktion. Für mich ist 80 % ein realistischer Minimalwert, bei dem das Handy noch vernünftig nutzbar ist — besonders wenn du das Gerät nicht sofort tauschen willst.
Vorbereitung: Was du zur Besichtigung mitnehmen solltest
Ich packe immer ein kleines Set ein, wenn ich ein gebrauchtes Smartphone anschaue:
Ein Ladegerät und eine SIM sind oft entscheidend: Akkuprüfungen sollten nicht nur im Standby erfolgen, sondern auch unter Last (z. B. GPS, Anrufe, Displayhelligkeit).
iPhone: Die schnellste und zuverlässigste Methode
Apple macht es vergleichsweise einfach. Auf iPhones findest du die Batterieinformation direkt in den Einstellungen.
Wenn der Verkäufer dir das Gerät nicht vor Ort konfigurieren lassen möchte, ist das ein Warnsignal. Zusätzlich achte ich auf folgende Punkte:
Zusätzlich nutze ich bei Bedarf Tools auf dem Laptop:
Android: Mehr Arbeit, aber zuverlässig prüfbar
Bei Android-Geräten gibt es keine einheitliche Anzeige wie bei iPhone. Hersteller wie Samsung, Google oder Xiaomi haben eigene Diagnosetools, oft aber nicht die volle Info. Deshalb kombiniere ich mehrere Methoden.
On-Device-Checks
Viele Hersteller haben versteckte Servicemenüs oder Diagnose-Apps:
Die On-Device-Methoden sind praktisch für einen ersten Eindruck, liefern aber meistens keine exakten Prozentwerte zur Restkapazität.
Apps von Drittanbietern
Ich verwende bei Android hauptsächlich AccuBattery und GSam Battery Monitor. Beide sind kostenlos nutzbar und zeigen:
Wichtig: Diese Apps kommen meist nur zu belastbaren Werten, wenn du sie über einige Ladezyklen laufen lässt. Bei einer Besichtigung kannst du aber kurzfristig sehen, ob der Akku ungewöhnlich schnell fällt oder hohe Temperaturprobleme auftreten.
Laptop-Tools und USB-Diagnose
Wenn der Verkäufer zustimmt, verbinde ich das Gerät per USB mit meinem Laptop:
Visuelle und haptische Prüfungen
Ein schwacher Akku zeigt sich nicht nur in Prozentzahlen. Ich schaue immer auch auf diese Anzeichen:
Ermitteln der Ladezyklen
Ladezyklen sind wichtig: 300–500 Zyklen sind bei modernen Lithium-Ionen-Akkus normal, danach sinkt die Kapazität. Bei iPhones siehst du das über Tools wie iMazing. Bei Android hilft oft ADB oder Drittanbieter-Apps. Je weniger Zyklen, desto besser — ein Gerät mit 100 Zyklen und 85 % Kapazität ist deutlich attraktiver als eins mit 400 Zyklen und 80 %.
Was du beim Kaufvertrag ansprechen solltest
Ich verhandle offen: Ich bitte um Tests vor Ort, notiere Akkuprozent und Ladeverhalten und bestehe oft auf einer kurzen Rückgabemöglichkeit (24–48 Stunden), falls der Akku später Probleme macht. Fragen, die ich stelle:
Tabelle: Methoden im Vergleich
| Method | Plattform | Genauigkeit | Aufwand |
|---|---|---|---|
| iPhone Einstellungen | iOS | Hoch (direkte Anzeige) | Niedrig |
| iMazing / CoconutBattery | iOS (mac/Win) | Sehr hoch (Zyklen, mAh) | Mittel |
| AccuBattery / GSam | Android | Mittel (Schätzungen) | Mittel–hoch (Zeit nötig) |
| ADB / dumpsys | Android | Mittel–hoch (Rohdaten) | Hoch (technisch) |
| Visuelle Prüfung | Alle | Niedrig (Hinweise) | Niedrig |
Wenn du die beschriebenen Methoden kombinierst, bekommst du ein sehr verlässliches Bild. Für mich ist die Reihenfolge oft: iPhone-Infos prima nutzen; bei Android erst Sicht- und Kurztests, dann ADB oder AccuBattery; bei Zweifeln auf Reparaturnachweise oder Preisnachlass pochen. Bei einem Angebot, das ungewöhnlich günstig ist, gehe ich eher davon aus, dass der Akku unter 80 % liegt — also Vorsicht.
Wenn du magst, kann ich dir auch eine Checkliste im PDF‑Format erstellen oder konkret sagen, welche ADB‑Befehle und Apps du genau nutzen solltest — sag mir einfach, welches Modell du gerade anschaust.