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Wie du ein privates Backup‑System für Android und iPhone ohne Cloud in 30 Minuten aufsetzt

Wie du ein privates Backup‑System für Android und iPhone ohne Cloud in 30 Minuten aufsetzt

Ich zeige dir, wie du in rund 30 Minuten ein privates Backup‑System einrichtest, das ganz ohne Cloud funktioniert — für Android und iPhone. Ich habe das für mich mit einer Kombination aus einem kleinen NAS (oder einer externen Festplatte an einem Raspberry Pi/Router) und Open‑Source‑Tools wie Syncthing und lokalen verschlüsselten Backups umgesetzt. Das System ist schnell, privat und wiederherstellbar — ideal, wenn du keine Daten Dritten anvertrauen willst.

Was du brauchst (kurze Checkliste)

  • Ein lokales Speichermedium: kleines NAS (Synology/QNAP), Raspberry Pi + USB‑SSD oder eine externe Festplatte am Heim‑Router
  • Ein PC oder Mac für die Erstkonfiguration
  • Installierte Software: Syncthing (kostenlos), für iPhone optional iMazing (kostenpflichtig) oder Finder/iTunes für verschlüsselte Backups
  • Netzwerkzugang (WLAN/LAN) und Basis‑Zugriff auf dein Gerät
  • Wenn du das alles hast, legen wir los. Ich beschreibe einen pragmatischen, in der Praxis getesteten Ablauf — keine theoretischen Spielereien.

    Warum keine Cloud?

    Die Cloud ist bequem, aber sie bedeutet: Fremde Server, AGBs, eventuell schwächere Verschlüsselung oder Behördenzugriff. Für mich war wichtig: lokale Kontrolle über Schlüssel und physische Speicherung. Das ist besonders relevant bei sensiblen Daten wie Passfotos, Chat‑Backups oder Arbeitsdokumenten.

    Überblick der Strategie

    Meine Methode kombiniert zwei Ansätze:

  • Syncthing zum kontinuierlichen Synchronisieren von Fotos, Videos, Dokumenten und App‑Daten‑Ordnern (sofern zugänglich).
  • Lokale geräte­spezifische Backups: verschlüsselte Finder/iTunes‑Backups für iPhone; ADB / Seedvault / spezielle Tools für Android.
  • Schritt‑für‑Schritt: In 30 Minuten aufsetzen

    Folge dieser Abfolge — ich habe die einzelnen Schritte so gewählt, dass du schnell zu einem funktionierenden, privaten Backup kommst.

  • Minute 0–5: Speicher vorbereiten
  • Schließe deine USB‑SSD an deinen Router, NAS oder Raspberry Pi an. Richte ein freigegebenes Netzwerkverzeichnis (SMB) oder ein lokales Verzeichnis ein, auf das dein PC/Mac zugreifen kann.
  • Optional: Aktiviere Verschlüsselung auf dem NAS oder verschlüssele die SSD mit VeraCrypt/BitLocker/FileVault. Ich empfehle immer Verschlüsselung.
  • Minute 5–12: Syncthing installieren
  • Auf dem PC/Mac und auf deinem NAS/Raspberry Pi Syncthing installieren. Syncthing läuft auf Windows, macOS, Linux, Raspberry Pi OS und als Paket auf vielen NAS.
  • Schnelle Einrichtung: Syncthing starten → neues Verzeichnis anlegen (z. B. "Backup‑Sync") → Device ID notieren → auf dem NAS/anderen Gerät ebenfalls Device hinzufügen und die Freigabe akzeptieren.
  • Minute 12–20: Smartphone verbinden (Fotos, Dokumente)
  • Android: Syncthing für Android aus dem Play Store oder F‑Droid installieren. Berechtigungen für Zugriff auf DCIM und Dokumente erteilen. Verzeichnis hinzufügen (z. B. /sdcard/DCIM).
  • iPhone: Syncthing für iOS ist nicht nativ verfügbar; stattdessen nutze die iPhone‑Optionen: photos automatisch via kabelgebundenes Backup (siehe weiter unten) oder installiere eine alternative App zum SMB‑Upload (z. B. "FileBrowser" oder eine Shortcuts‑Automation), die die Fotos ins NAS kopiert. Auf iOS ist der Standardweg über verschlüsselte lokale Backups am zuverlässigsten.
  • Minute 20–25: iPhone lokales Backup konfigurieren
  • Mac: Finder öffnen → iPhone auswählen → "Backups" → "Lokales Backup verschlüsseln" aktivieren → Backup jetzt erstellen. Das speichert Kontakte, Nachrichten, Health‑Daten und App‑Daten lokal auf deinem Mac. Kopiere das Backup‑Verzeichnis per Syncthing oder manuell auf das NAS, wenn du es zusätzlich sichern willst.
  • Windows: iTunes verwenden, ebenfalls "iPhone‑Backup verschlüsseln" aktivieren.
  • Minute 25–30: Android App‑Daten sichern
  • Nicht‑gerootete Androids sind bei App‑Daten schwieriger: ich benutze zwei Wege je nach Bedarf:
  • Fotos & Medien: Syncthing asynchron synchronisiert DCIM automatisch.
  • App‑Daten & Einstellungen: Prüfe, ob dein ROM Seedvault unterstützt (AOSP‑basiert) — das sichert lokal auf das angeschlossene Laufwerk. Alternativ kannst du per ADB (auf PC) einzelne App‑Daten extrahieren:
  • Befehl (auf PC): adb backup -apk -shared -all -f backup.ab — Hinweis: Funktioniert nicht bei allen Android‑Versionen/Apps und ist teils eingeschränkt.
  • Für power‑user: Root + Titanium Backup oder Swift Backup (mit Desktop‑Plugin) erlauben umfassende Backups. Ich dokumentiere in meinem Test oft beide Wege, je nachdem, ob Root verfügbar ist.
  • Wiederherstellung — wie schnell geht’s?

    Die Wiederherstellung ist oft der wichtigste Teil und sollte getestet werden. Ich mache regelmäßig Testwiederherstellungen für zwei Szenarien:

  • iPhone: Backup im Finder/iTunes wiederherstellen (verschlüsselte Backups stellen z. B. Health‑Daten wieder her).
  • Android: Fotos sofort in Syncthing synchronisieren; App‑Konfigurationen bei ADB/Seedvault anhand der gesicherten Dateien wieder einspielen (bei Root komfortabler mit Titanium).
  • Tabelle: Vor‑ und Nachteile gängiger Methoden

    MethodeProContra
    Syncthing (Fotos/Dokumente)Kontinuierlich, Ende‑zu‑Ende‑P2P, Open‑SourceKeine iOS‑Native‑App; initiale Einrichtung nötig
    iTunes/Finder verschlüsseltKomplettes iPhone‑Backup inkl. Health, MessagesNur lokal am PC/Mac, manuelles Kopieren nötig
    ADB / Seedvault / TitaniumApp‑Daten möglich (je nach Methode recht vollständig)ADB limitiert; Seedvault nur auf unterstützten ROMs; Titanium braucht Root

    Tipps aus meiner Praxis

  • Teste die Wiederherstellung unmittelbar nach dem Einrichten — ein Backup ist nur so gut wie seine Wiederherstellbarkeit.
  • Verschlüssele immer sensible Backups (Passwörter, Health, Chats). Auf dem NAS bietet sich native Verschlüsselung oder zusätzlich VeraCrypt an.
  • Automatisiere: Syncthing startet automatisch und synchronisiert im Hintergrund. Zusätzlich plane wöchentliche vollständige Backups (z. B. iPhone mittels Skript vom Finder‑Backup auf das NAS kopieren).
  • Dokumentiere Passwörter und Wiederherstellungsschritte offline (z. B. in einem verschlüsselten Passwortmanager oder auf Papier im Safe).
  • Wenn du magst, kann ich dir ein konkretes Set‑up für dein vorhandenes Hardware‑Setup zusammenstellen (z. B. Raspberry Pi + SSD, Synology, oder nur PC + externe HDD) — sag mir, welche Geräte du hast, und ich schreibe dir eine Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung mit exakten Befehlen und Einstellungen.

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