Warum echtes WLAN‑Roaming im Mehrfamilienhaus so wichtig ist
In Mehrfamilienhäusern ist die WLAN‑Situation oft ein Durcheinander: viele Nachbarn, enge Kanäle, dicke Betonwände und Geräte, die sich partout an einem „guten“ Access Point festhalten. Als Nutzer will ich, dass mein Smartphone oder Laptop beim Treppensteigen, in der Küche oder auf dem Balkon ohne Unterbruch ins Netz bleibt. In der Praxis entscheidet nicht nur die Reichweite einer Station über guten Empfang, sondern vor allem, ob das System echtes Roaming unterstützt — also einen nahtlosen Übergang zwischen Mesh‑Knoten, ohne dass Anwendungen abbrechen oder Verbindungen neu aufgebaut werden müssen.
Technische Grundlagen: 802.11k, v und r sowie Band Steering
Vorweg kurz technisch: Drei Standards sind für echtes Roaming relevant.
Zusätzlich spielt Band Steering eine Rolle: Geräte werden automatisch auf 5 GHz statt 2,4 GHz geschoben, wenn sinnvoll — das reduziert Interferenzen. Wichtig: Viele Mesh‑Systeme bieten diese Standards, aber nicht alle Clients unterstützen sie vollständig. Deshalb ist das Zusammenspiel zwischen Router, Mesh‑Nodes und Endgerät entscheidend.
Backhaul: kabelgebunden oder drahtlos?
Der Backhaul — die Verbindung zwischen den Mesh‑Knoten — ist ein kritischer Faktor. In Mehrfamilienhäusern empfehle ich, wo möglich, ein kabelgebundenes Backhaul (Ethernet). Vorteile:
Ist Ethernet nicht praktikabel, funktionieren moderne Tri‑Band‑Mesh‑Systeme (z. B. Netgear Orbi, some Asus/TP‑Link Modelle) sehr gut, weil sie ein dediziertes 5‑GHz‑Band als Backhaul nutzen. Allerdings leidet die Performance, wenn viele Nachbarn dieselben Kanäle nutzen oder die Knoten weit auseinander stehen.
Meine Testkriterien für echte Roamingabdeckung
Beim Vergleich verschiedener Systeme im Mehrfamilienhaus habe ich diese Kriterien zugrunde gelegt:
Vergleichstabelle: Übersicht ausgewählter Mesh‑Systeme
| System | 802.11k/v/r | Backhaul | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Ubiquiti UniFi (Access Points) | Ja (voll konfigurierbar) | Ethernet empfohlen | Professionelle Steuerung, VLANs, Controller‑Software |
| Netgear Orbi (Tri‑Band) | Ja | Dediziertes 5 GHz Backhaul / Ethernet | Sehr stabiler drahtloser Backhaul, gute Roaming‑Erfahrungen |
| Asus AiMesh | Ja (modellabhängig) | Ethernet / drahtlos | Viel Konfigurationsfreiheit, ASUS‑Features wie Roaming Assistant |
| TP‑Link Deco (AX) | Ja (einige Modelle) | Ethernet / drahtlos | Gutes Preis‑Leistungs‑Verhältnis; App‑fokussiert |
| Google Nest WiFi | Begrenzt | Drahtlos / Ethernet | Einfach zu bedienen, aber weniger Profi‑Optionen |
| Amazon Eero | Ja (teilweise) | Drahtlos / Ethernet | Sehr nutzerfreundlich, A/B ‑ Tests bei Updates |
Praxisbeobachtungen aus dem Mehrfamilienhaus
Ich habe mehrere Systeme in Mehrfamilienhäusern getestet — mit ähnlichen Grundrissen, aber unterschiedlichem Nutzeraufkommen. Hier meine wichtigsten Beobachtungen:
Tipps zur Installation für optimale Roamingabdeckung
So baust du ein Mesh auf, das im Mehrfamilienhaus wirklich funktioniert:
Welche Systeme empfehle ich für verschiedene Bedürfnisse?
Kurz zusammengefasst aus meiner Erfahrung:
Wie du Roaming in deinem Alltag testest
Ein praktischer Test, den ich oft empfehle: Starte einen VoIP‑Call oder Livestream auf deinem Smartphone. Gehe dann systematisch durch die Wohnung, vom Radius eines Knotens zum nächsten. Achte auf:
Zusätzlich empfehle ich Messungen mit iperf oder Speedtest an definierten Punkten (z. B. Wohnzimmer, Treppenhaus, Balkon), um präzise Unterschiede in Durchsatz und Latenz zu dokumentieren.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Einige Fehler, die ich immer wieder sehe:
Wenn du systematisch misst, Firmware aktuell hält und bei Bedarf auf Ethernet‑Backhaul setzt, hast du die besten Chancen auf echtes, störungsarmes Roaming im Mehrfamilienhaus.